Bagom 'Lille Spiegel an der Wand'

Aug 26, 2020

Annemette Voss Fridthjof gewann 2013 ‚Die große Back-Challenge‘. Sie hat ein Leben voller Feiern, Farben und Erfolg gehabt. Sie war das talentierte Mädchen in der Schule; hübsch, lächelnd und tat immer das Richtige. Doch hinter der Fassade verbarg sich eine andere Geschichte. Von einer Familie, in der man seine Gefühle für sich behielt, und wo Bulimie, Suizidgedanken und grobe Mobbing Teil des Alltags waren. Eine Geschichte, die Annemette immer versucht hat, auf Abstand zu halten. Bis jetzt.

Lesen Sie das Interview mit Annemette, in dem sie erklärt, warum sie den Podcast unten erstellt hat.

1) Was hoffen Sie, dass andere aus dem Hören Ihres Podcasts mitnehmen? Ich hoffe, dass man ein nuancierteres Bild davon erhält, was Einsamkeit einem Menschen tatsächlich antun kann. Wie weit man gehen kann, wenn niemand da ist, um einen aufzufangen, wenn es ganz schiefgeht. Ich hoffe, besonders Angehörige werden Einblick in die Gedanken und Gefühle bekommen, die mit Suizidgedanken und Essstörungen verbunden sind, und dass Menschen, die selbst von der Krankheit betroffen sind, Hoffnung in meiner Geschichte finden, die ja doch glücklich endet.

2) Wie war es, Ihre eigene Familie und Freunde in das Projekt einzubeziehen? Es war schwer, mit meiner Familie und meinen Freunden über diese Zeit zu sprechen. Viele der Episoden und Erinnerungen aus der Zeit, als ich es am schlimmsten hatte, wollte ich fast 20 Jahre lang nicht anpacken. Aber es hat mir Ruhe und Sicherheit gegeben, zu erfahren, dass ich mit meinen Erlebnissen nicht alleine war. Tatsächlich konnten die Menschen um mich herum einige Dinge bestätigen, was mir innere Ruhe gegeben hat.

3) Gab es etwas, das Sie überrascht hat oder Sie etwas Neues im Prozess des Podcastings gelehrt hat? Es hat mich überrascht, dass die Geschichte fast schlimmer ist, als ich sie mir selbst gerade ins Gedächtnis rufen konnte. Es hat mich überrascht, wie viele Dinge ich all die Jahre blockiert habe. Und es war umso überraschender, wie angenehm es tatsächlich war, wieder darauf zu schauen und den Knoten in meinem Bauch zu lösen. 

4) Hat sich Ihr Spiegelbild während des Prozesses, den 'Kleinen Spiegel an der Wand' zu machen, verändert? Ich verstehe besser als je zuvor, warum ich manchmal einen traurigen ‚Schatten‘ wahrnehme, der über meinen Blick huscht, oder warum mein Lächeln manchmal ein wenig nervös an den Mundwinkel zieht. Ich verstehe meine eigene Tiefe besser als zuvor und fühle mich vollständiger. Das Spiegelbild ist jetzt klarer und nicht mehr durch meine Angst, der Vergangenheit ins Auge zu sehen, verschwommen.



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